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Tipps für die Navigation

Wie sich bei einem Geräte­ausfall die Position zuverlässig mit einem Kompass, Bleistift und Tennisball ermitteln lässt. Tipps und Tricks für die terrestrische Navigation

Ähnlich wie ein Richtfeuer mit Ober- und Unterfeuer lassen sich markante Punkte an der Küste ebenfalls in Deckung bringen. Beispielsweise ein Kirchturm im Landesinneren und ein Leuchtturm oder Sendemast an der Küstenlinie. Schon in der Törnplanung können diese Deckpeilungen in der Seekarte gesucht und die Standlinie mit dem Bleistift in die Karte eingetragen werden. Unterwegs wird gewartet, bis beide Objekte in Deckung stehen. Eventuell lässt sich im gleichen Moment ein weiteres einzelnes Objekt peilen, um eine zweite Standlinie und somit eine Kreuzpeilung zu erhalten. Seltener kann es vorkommen, dass sich zwei Deckpeilungen überschneiden. Solch ein Punkt könnte als Wegepunkt genutzt werden, um einen Steuerkurs abzustecken. Der Kurs kann anhand der Deckpeilung kontrolliert werden – auch um einen möglichen Strom- oder Windversatz zu erkennen.

 

Vierstrichpeilung

Mit geometrischen Formen lässt sich außerhalb des Mathematikunterrichts erstaunlich viel anfangen und sogar für die Navigation nutzen. So ergeben die Winkel in einem Dreieck beispielsweise immer 180 Grad. Wenn wir einen Punkt an der Küste in einem Winkel von 45 Grad zum Kurs über Grund peilen und den Punkt erneut peilen, wenn er genau querab steht, ergibt sich ein gleichschenkeliges Dreieck, denn der dritte Winkel muss ebenfalls 45 Grad betragen. Der Basiswinkelsatz lautet: Sind in einem Dreieck zwei Winkel gleich groß, so sind auch die beiden gegenüberliegenden Seiten gleich lang.
Der gesegelte Weg während der beiden Peilungen entspricht dann genau dem Abstand zum gepeilten Punkt. Bei dieser Methode muss am besten mit einer Stoppuhr gearbeitet werden, um die zurückgelegte Strecke zu Koppeln.

 

Mehr Tipps zur terrestrischen Navigation in Ausgabe 8/2017


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