Hinnerk Weiler – Paulinchen Worldwide

P gleich U mal I

Da ein Mac auch nur ein Computer ist, gehe ich davon aus, dass sein Innenleben wie seit Urzeiten der PC-Elektronik aus diversen Komponenten besteht, die alle entweder 12V oder 5V nutzen. Warum also nicht den Bordstrom ohne Umwege ins Notebook bringen?

Bei „PUI“ denkst Du eher an ein Dreieck und weniger an das erschöpfte Zusammensacken auf der Koje nach einem Tag am Strand unter karibischer Sonne? Dann ist das hier Dein Post!

Wie ich in meinem Instagram Profil schon verraten hatte, hat sich auf dem Weg von Honduras nach Panama das vierte Netzteil für mein MacBook pro verabschiedet. Ich schätze, die ständige Salzluft in der Umgebung mag dazu beitragen, dieLebenserwartung der Teile derart zu reduzieren. Außerdem hat eine kleine Web-Recherche Hinweise geliefert, dass die „Intelligenz“ in den Netzteilen den an Bord oft etwas schwankenden Strom aus einem Inverter nicht besonders mag. Am Ende ist ja auch das „Warum“ eher von untergeordnetem akademischem Interesse… Spannender sind das Fazit: “Wer mit einem MacBook auf Seereisen geht, sollte sich lieber einen Karton der maceigenen Netzteile irgendwo an Bord trocken einlagern“ und die Frage: „Geht das besser?

Als Antwort drängt sich die Überlegung auf, wie sinnvoll es sein kann, den mit über 30V Spannung aus der Solarzelle kommenden Strom auf 14 Volt zu reduzieren, ihn in die Optima AGM-Batterie zu leiten, um ihn dort wieder abzuholen und am Inverter in 240V Wechselstrom zu transformieren, nur um dann daraus mit einem Steckernetzteil 16,5V Gleichstrom zu machen, die dann im Mac zum Teil den Betrieb sicherstellen und zum teil den Akku aufladen …

If you ever plan on #sailing on a #cruise using a #MacBook... Bring plenty of power supplies. Just fried the 4th one and guess what they are damn hard to find in Central America. - or #fixityourself!

Ein Provisorium: Mac-Netzteile gibt es in dieser Ecke von Panama offenbar nicht, aber Universalnetzteile für Notebooks und 12 Volt. Die haben zwar nie einen MagSafe, aber mit einem Seitenschneider und einer Abisolierzange ist das Problem zu lösen. – Das MackBook Pro läuft mit 16 Volt daran problemlos und der Preis ist verglichen zu einem Mac-Netzteil spottbillig. Dafür muss man aber etwas beasteln.

Auf meinem halbjährigen Törn mit der Sumpfkuh durch die Ostsee 2005 hatte ich ein ähnliches Problem schon einmal. Damals ging es um ein Toshiba Notebook, dessen Nennspannung am Netzteil 14,5V= betrug. Die Lösung damals: ein Seitenschneider und ein Stecker für Zigarettenanzünder aus dem Baumarkt für 3,95 Euro.

Der einzige Haken: Direkt an die Bordbatterie angeschlossen lud der Akku im Notebook nicht auf, da zum Akkuladen immer eine höhere Spannung nötig ist, als die Betriebsspannung.

Das gilt auch für den Mac, der (Fanboys lesen diesen Absatz bitte nicht zuende!) auch nur ein Computer ist und ein Innenleben hat, dass wie seit Urzeiten der PC-Elektronik aus diversen Komponenten besteht, die alle entweder 12V oder 5V nutzen.

Ich bin daher am Überlegen, die Lösung von damals auch auf den Mac anzuwenden: Ein Kabel mit MacSafe auf der einen Seite und dem 12V-Bordstromstecker auf der anderen Seite.

Das will aber sicher ein wenig überlegt sein. Insbesondere stellt sich die frage, kann die Kiste dabei kaputt gehen? Darum:

Wer Gründe gegen diese Verbindung hat, möge jetzt sprechen oder für immer schweigen!

Idiotendreieck - und Ich brauche auf dem Notfall-PC dringend ein Zeichenprogramm...

PUI – Idiotendreieck (und ich brauche auf dem Notfall-PC dringend ein Zeichenprogramm!)

Meine Ideen dazu bringen mich schnell wieder zu PUI zurück. – Im Idiotendreieck der Elektrotechniker steht das P für „Power“ und stellt die Leistung eines Gerätes in Watt dar, das U steht für die Spannung zum Betrieb in Volt und das I für den Strom, der verbraucht wird. Je nachdem, welchen Wert man sucht, kann man im Dreieck einfach die bekannten Werte füllen und so den fehlenden errechnen: P=U*I, I=P/U, U=P/I. Eine praktische Sache, die mir schon so manches mal geholfen hat, beispielsweise eine Sicherung zu dimensionieren. Besonders, wenn man bedenkt, dass U im Bordstromnetz eines Segelbootes immer im Bereich von 12V liegt und der Rest damit schnell überschlagen werden kann.

Für das Macbook gibt es zwei Netzteile für 240, bzw 130 Volt Wechselstrom. An Bord werden sie über einen Inverter betrieben. Das eine liefert maximal 85 Watt und 18,5 Volt Gleichstrom, beim anderen sind es 16,5 Volt bei 60 Watt.

Das große Netzteil liefert also 4,5 Ampere, das kleine 3,6 Ampere. Keine Überraschung: Mit dem kleinen Netzteil lädt der interne Akku bei eingeschaltetem Notebook recht langsam, aber er lädt. Die Last des Macs liegt also im Betrieb definitiv unter 60 Watt, aber durch das langsame Laden vermute ich, nicht allzu weit darunter. – Ich rechne einfach mal mit 60 Watt und bin auf der sicheren Seite.

Zurzeit habe ich außerdem eine Landstromleitung in der Marine Bocas gelegt und messe eine stabile Spannung von 13,7 Volt am Schaltpaneel. Im Segelbetrieb sieht das natürlich anders aus: Hier schwankt die Spannung am gleichen Messpunkt je nach Akkuzustand und Sonne (bzw. demnächst auch Wind) regelmäßig zwischen 11,3 und 14,2 Volt.

Was mir Sorgen bereitet, ist der Stromfluss bei sinkender Spannung, denn hoher Stromfluss bedeutet in der Regel Wärme und damit Gefahr für das Notebook.

Davon ausgehend, dass der Akku nicht bei niedrigen Spannungen geladen wird, fließt im Hafen bei Betrieb und 60W Last an 13,7V ein Strom von etwas unter 4,3A durch die Anschlusseinheit. Das ist weniger Strom, als beim großen Netzteil unter voller Last. Das MacBook sollte diesen Stromfluss also vertragen.

Problematisch wird es, wenn die Spannung sinkt! Bei 11,3V sieht die Rechnung schon folgendermaßen aus: 60W / 11,3V = 5,3A

Auch das sollte vermutlich im Rahmen der Toleranzen liegen. Bleibt also die Frage, ob das MacBook überhaupt mit der Unterspannung (13,7 statt 16,5 Volt) starten wird. – Morgen wird gebastelt!

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