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Schutz vor Mücken

Stechmücken können den Urlaub vermiesen. Zum Glück gibt es zahlreiche Mittel, die Stiche verhindern sollen. Welcher Mückenschutz wirklich hilft

Forscher warnten vor einer Mückenplage für das Jahr 2017. Das Frühjahr sei warm und feucht gewesen, sodass in den Monaten Juli, August und September gleich mehrere Generationen der kleinen Plagegeister ausschwärmen könnten. Die Regenperiode Ende Juni könnte das begünstigen, denn es blieb genug Wasser stehen, in das die Weibchen bis zu 300 Eier legen können. Innerhalb weniger Tage schlüpfen die Larven, aus denen sich die Mücken entwickeln. Pünktlich zum Saisonbeginn surren sie dann Abends durch das Cockpit und sorgen dafür, dass wir uns nachts entnervt selbst ohrfeigen. Von den juckenden Stichen mal abgesehen.

Es sind übrigens nur die Weibchen, die es auf unser Blut abgesehen haben. Sie benötigen die Proteine im Blut, um Eier bilden zu können. Zielstrebig folgen sie dann Wärmequellen und erschnuppern sehr gekonnt Kohlendioxid. Dummerweise atmen wir genau das aus. Ein Grund, warum uns die kleinen Biester nachts so gerne um das Gesicht fliegen. Auch die Milchsäure in unserem Schweiß erscheint attraktiv. Das erklärt auch, wieso einige Menschen mehr gestochen werden als andere. Bei den Stichopfern stimmt die Chemie einfach. Vorsicht sollte auch bei der Art der Bekleidung walten, denn Mücken bevorzugen dunkle Oberflächen. Je dunkler, desto attraktiver. Außerdem mögen sie Baumwolle mehr als Synthetikfasern, wie beispielsweise Polyester. Helles Ölzeug wäre daher eine gute Alternative zum kleinen Schwarzen. Durch den dicken Stoff können Mücken auch nicht durchstechen – durch Jeans schon. Wer im Hafen allerdings keine seltsamen Blicke ernten möchte, wenn er im Hochsommer abends in voller Montur im Cockpit sitzt und Wein schlürft, sollte auf das Ölzeug lieber verzichten und auf Citronella-Kerzen umsteigen. Der penetrante Geruch verringert die Stiche um beinahe die Hälfte. Um die Mücken aus dem Inneren fernzuhalten, bietet es sich an, Fliegengitter oder –netze vor den Luken anzubringen. Über den Niedergang kann ein Netz geworfen werden, dessen Enden mit Blei beschwert sind. So bleibt es an Ort und Stelle. Wer handwerklich begabt ist, kann sich auch ein zweites Steckschott mit Fliegengitter bauen.

Wer lange Abende und Nächte im Cockpit stichfrei überstehen möchte, muss zur Chemiekeule greifen. Anders können Mücken nicht ferngehalten werden. Heute basieren beinahe alle Insektenschutzmittel auf dem Wirkstoff Icaridin, eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Piperidine, die unter anderem im Pfeffer vorhanden sind. Für Mücken muss dieser Stoff wirken wie ein Dixiklo nach einem mehrtägigen Festival – es wird gemieden wie der Teufel. Das Icaridin baut eine Art Schutzschicht auf der Haut auf, die bis zu acht Stunden Mücken fernhält. Die Konzentration liegt bei circa 20 Prozent, kann aber auch mehr oder weniger betragen. Gesundheitlich ist Icaridin unbedenklich. Es kann aber zu Hautreizungen kommen. Die Augen und der Mund sollten besser auch nicht in Kontakt kommen. In einigen Mitteln wird noch der Wirkstoff DEET eingesetzt, der aber nicht so verträglich ist wie Icaridin. Obwohl er wirksamer ist, wird er immer mehr durch Icaridin verdrängt.

Mehr über Mückenschutz und andere Themen für den Urlaubstörn 2017 in Ausgabe 8/2017.

Foto: iStock


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