Fahrtensegeln

Jungfernfahrt

Laura Dekker sorgte für kontroverse Diskussionen, als sie 2009 im Alter von 13 Jahren ankündigte, solo um die Welt segeln zu wollen. Der Film „Maidentrip“ dokumentiert ihre Reise um den Globus

Laura Dekker ist gerade einmal 18 Jahre alt, und doch hat sie schon viel Ungewöhnliches erlebt. 1995 geboren, verbrachte sie die ersten vier Jahre ihres Lebens auf dem Segelboot ihrer Eltern, welche sich auf einer Weltumsegelung befanden. Im Alter von sechs Jahren überquerte sie im Optimisten alleine ihren Heimatsee in den Niederlanden; mit zehn Jahren segelte sie mehrwöchige Törns durch Friesland mit nur ihrem Hund als Begleitung. 2009 schließlich, im Alter von gerade einmal 13 Jahren, kündigte Dekker an, als jüngste Person der Welt den Globus solo zu umrunden.

Es folgte eine einjährige Auseinandersetzung mit den niederländischen Behörden, welche zeitweilig Dekkers Eltern das Sorgerecht entzogen. In niederländischen und internationalen Medien entbrannten Diskussionen, ob es einer Minderjährigen erlaubt sein sollte, auf sich allein gestellt ein so riskantes Unternehmen anzugehen. Der Druck wurde zeitweise zu viel für die junge Seglerin: Im Dezember 2009 riss Dekker von zu Hause aus, zwei Tage später wurde sie auf der Karibikinsel St Maarten wiederaufgefunden. Weiterhin gab es Gerüchte über einen Selbstmordversuch.

Im Juli 2010 entschied ein niederländisches Familiengericht schließlich, dass Dekker lossegeln dürfe. Keine zwei Wochen später setzte Dekker die Segel auf ihrer 38 Fuß langen Zweimastketsch „Guppy“ und startete von Gibraltar aus ihre Weltumsegelung. Ihr Ziel dabei war ihren Worten nach nicht, einen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Stattdessen wollte sie die abgelegenen und wunderbaren Gebiete der Erde allein entdecken und so auch Zwischenstopps machen. Nach 17 Monaten und mit 27000 Seemeilen im Kielwasser beendete Laura Dekker ihre Weltumsegelung auf St. Maarten und wurde damit offiziell die jüngste Solo-Weltumseglerin der Welt. In die Niederlande kehrte sie nicht zurück: Sie segelte weiter zu ihrem Geburtsort Neuseeland.

Dekkers Weltumsegelung wurde nun in einen 80-minütigen Dokumentarfilm gebracht. Mit Filmmaterial, welches sowohl von Dekker an Bord als auch von den Filmemachern bei Zwischenstopps an Land aufgenommen wurde, dokumentiert der Film unter dem Namen „Maidentrip“, übersetzt "Jungfernfahrt", Dekkers Reise und ihre Begegnungen. Von der Kritik wurde der Debütfilm von Regisseurin Jillian Schlesinger überwiegend gut aufgenommen: Die Dokumentation erhielt bereits fünf verschiedene Auszeichnungen auf Film-Festivals, in der Internet Movie Database (IMDb) hält der Film eine Wertung von 8,3/10. Es gibt allerdings auch einige negative Rezensionen, in denen überwiegend Dekkers fragwürdige Motivation und ihr zunehmend antisoziales Verhalten im Laufe der Reise kritisiert wird. Dekker selbst zeigte sich anfangs nicht begeistert von „Maidentrip“: Auf ihrer Webseite schrieb sie, dass sie den Film nicht wirklich unterstützen würde. Dieser Eintrag wurde aber mittlerweile gelöscht.

Ab dem 27. Dezember läuft der Film in ausgewählten US-Kinos; 2014 erscheint er auf DVD. In Deutschland ist er außerdem im Rahmen der Ocean Film Tour 2014 zu sehen. Mehr Informationen über den Film gibt es auf der Facebookseite.


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