Regatta

Zu viert nach Kapstadt

Abu Dhabi gibt endgültig auf. Zusammen mit Sanya heißt es nun hoffen, dass alles rechtzeitig zum Start der nächsten Etappe repariert ist. Konkrete Ursachen für die Schäden geben die Teams nicht bekannt

Über die Zielline der ersten Volvo Ocean Race-Etappe werden nicht mehr als vier Yachten segeln. Nachdem es für Sanya nicht in Frage kam, ins Rennen wiedereingesetzt zu werden, gibt nun auch Abu Dhabi endgültig auf.

Das Team um Olympiamedallist Ian Walker hatte nach einem Mastbruch kurz nach Start rund um die Uhr daran gearbeitet, einen Ersatzmast zu stellen. Gestern lief die Crew aus, um den Wiedereinsetzungs-Punkt zu erreichen, zu dem das Feld der anderen Yachten bereits einen Abstand von rund 950 Meilen hatte. Walker entschied sich nun auf dem Weg, die Etappe nicht zu Ende zu segeln. Er begründete das mit ungünstigen, leichten Windbedingungen. Über den letzten Platz hinaus zu kommen sei nicht möglich. Das Team solle sich lieber umfassend auf die in port-Rennen vor Kapstadt ab dem 10. Dezember 2011 vorbereiten.

Ungeklärt bleibt weiterhin, wie der Mast nur durch das Aufprallen in ein Wellental brechen konnte. Ein Sprecher des Teams erklärte zwar, dass die Mannschaft sich für den letztendlichen Abbruch der ersten Etappe nur aus Zeitgründen entschied. Walker jedoch begründete sein letztes Wort als Skipper damit, dass auch Sorge um die Sicherheit der Crew ein Grund war. Demnach könnte es möglich sein, dass der Grund für das Mast-Problem noch nicht gefunden oder aber es nicht ausreichend behoben wurde.

Der VOR70 Sanya erlitt ebenfalls wenige Stunden nach dem Startschuss einen Strukturschaden im vorderen Rumpfbereich. Wasser drang ein, das Team um Skipper und CEO Sanderson musste den nächsten Hafen anlaufen. Auch ist die Ursache für den Schaden an Yacht, die bereits für das Volvo Ocean Race 2008-2009 diente, nicht klar.

Neben der Reparatur des Schiffes steht zunächst eine logistische Herausforderung bevor. Rumpf und Reparaturmaterialien müssen so schnell wie möglich in Kapstadt eintreffen, damit das Boot dort wieder regattatauglich gemacht werden kann. Bootsbauer schätzten für die erforderlichen Arbeiten einen zeitlichen Rahmen von zwei bis drei Wochen. Zum nächsten Start würden die chinesische Yacht so nicht antreten können, deshalb drückt Sanderson auf das Gaspedal - innerhalb von sieben Tagen sollen die Reparaturen abgeschlossen sein. Das würde dem Team sogar noch einen Trainigstag einräumen. Möglich wird der äußerst zeitknappe Plan durch die externe Anfertigung eines Bauteils, das in Kapstadt „einfach" nur noch in den Rumpf eingesetzt werden soll.

In Führungsposition der seglerisch aktiven Teams segelt Franck Cammas mit seiner Groupama. Als einziger kreuzt dieser nahe der Küste Westafrikas. Die anderen drei Yachten fahren heute, am 11. November 2011 um 16:20 UTC mit rund 200 Meilen Rückstand in einem Pulk wesentlich weiter westlich. Cammas kamen stärkere Winde seit der Passage der Kanaren zugute, die sich nun allerdings ein wenig abschwächten. Telefonica, Puma und Camper nehmen nun mit auffrischendem Nordwestwind wieder Fahrt auf.

Livetracker

© Fotos: Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing, Mark Bow, Andres Soriano/Team Sanya/Volvo Ocean Race


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