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Stürmisch ist es heute – wir reisen mit der Bahn von Kopenhagen nach Risø am Roskilde Fjord. Dort treffen wir Sascha und Lena unserer dänischen Partnerorganisation Energy Crossroads wieder. Beide haben Energie- und Umweltmanagement an der Uni Flensburg studiert – DER Erneuerbare Energien Studiengang – und schreiben nun ihre Doktorarbeit in Risø. Lena vergleicht unter anderen Fördermechanismen für Erneuerbare Energien und Sascha arbeitet zu Offshore Windkraft. Sie sind 2 von heute 700 “Energieforschern”in Risø, wo es 1956 “für die friedliche Nutzung der Kernenergie” gegründet wurde mit der Ölkrise 1973 zum Wind Energie Forschungszentrum.

Heute gibt es hier so ziemlich alles an Forschung, woraus heute und morgen Erneuerbare Energien Systeme bestehen. Leif Sønderberg Petersen vom Service Depsartment des Risø National Laboratory for Sustainable Energy trifft bei seinem Vortrag über all die Forschungsgebiete von Beginn an auf offene Ohren und wegen all der futuristisch klingenden Energielösungen auch auf offene Münder.

Windatlanten, Windmessung mit Laser, Rotorblätter mit moveable flaps, Solid Acid Fuel Cell (SOFC), Solarzellendrucker, Algen als Treibstoff, das SYSLAB, welches verschiedenste Komponenten unserer zukünftigen Energieversorgung im Kleinen entstehen lässt, Vanadium Flow Batterie, floating offshore Windkraftanlagen als Vertikalachser, Supraleiter… Uns schwirrt der Kopf von all den nach Zukunft klingenden Energielösungen.

Anschließend an den Vortrag führt Leif uns auf dem Gelände herum.

Ein Windtestfeld schaut über den Roskilde Fjord, auf dem weiße Schaumkronen zu sehen sind. Windig ist es und Zweiflügler, diverse Aneometer, der normale dreiflüglige Typ und ein kleiner Vertikalachser drehen sich eifrig: Beim Zweiflügler spart man Material und die Technik ist simpler. Die Aneometer werden hier kalibriert: Windmessung ist ebenfalls ein wichtiges Forschungsgebiet in Risø. Der kleine Vertikalachser ist recht neu dabei: Etwa 5kW schafft er und ist für urbane Anwendungen – Hausdächer in Städten – gedacht. Einer der Dreiflügler dreht sich ungewohnt fürs Auge gegen den Uhrzeigersinn – wurde wohl noch aufgestellt, bevor die allgemeine Konvention nur Uhrzeigerwindräder baute. Ein neuerer Typ ist mit Sonar-Windmessung und “moveable flaps” ausgestattet. Die “moveable flaps” sind dynamische Flügelenden, je nachdem, was die Windmessung für die nächten Minuten ergibt, können sie eingestellt werden um die Materialbelastung auf die Rotorblätter zu mindern. Das ist besonders wichtig, wenn die Windkraftanlagen noch größer werden – 10 bis 20MW sollen auf einem Testgelände in Jütland errichtet werden. Für Offshore, erzählt uns Leif, gibt es noch eine ganz neue Idee: Im Wasser treibende Vertikalachser. Die Schweinswale würden sich sicherlich freuen, denn das würde das für Meeresbewohner ohrenbetäubende Fundament-Rammen überflüssig machen.

Von der Kernkraftforschung ist noch ein wenig zu sehen: Kleine weiße Häuschen in denen erhöhte Messwerte für atomare Strahlung festgestellt werden können, die Expertise was zu tun ist wenn in den umliegenden Ländern etwas passiert, sowie die Nuklear-Medizin-Forschung und ein bisschen Müll.

Weiter geht’s: Hier ein sogenanntes flexibles intelligentes Haus, dort Elektrotankstellen. Daneben ein Forschungshaus in dem das zukünftige Klima nachgestellt wird um die Auswirkungen des Klimawandels auf Pflanzenwachstum zu erforschen. In einem großen Gebäude werden Experimente mit Biotreibstoffen gemacht: Aus welchen Stoff gewinnt man am meisten? Algen als Grundstoff für Flugzeugtreibstoff usw…

Das Labor, in dem die Haltbarkeit und Effizienz der SOFC – der Solid Acid Fuel Cells getestet wird, ist der einzige Ort, an dem wir weder Film noch Fotos machen sollen, da hier Patente entwickelt werden. Die Brennstoffzellen können sowohl aus gasförmigen als auch flüssigem Treibstoff  zusammen mit CO2, Strom produzieren oder auch umgekehrt mit Strom den Wasserstoff aus dem Wasser herausholen. Eine dichte Art Strom zu speichern.
Nach der Windendergie wird die vielseitig anwendbare Fuel Cell wohl der nächste Durchbruch von Risø, der zur wirtschaftlichen Anwendung kommt.

Am Ende des Energiezukunfts-Rundgangs zeigt Leif uns die Solarzellen aus dem Drucker. Klar ist sie weniger effizient, dafür um einiges billiger und unglaulich vielseitig in der Anwendung. Beim letzten Roskilde Festival wurden Sonnenhüte mit diesen Solarzellen, zusammen mit Kopfhörern ausgeteilt. So wurde den Hutträgern ermöglicht das Festival-Radio durch Sonnenenergie zu empfangen. Weitere Verwendungsmöglichkeiten: Als Gardine, als Designerkleid, zusammengeschoben als Lampe für afrikanische Schulkinder – Anwendungen gibts genug. Eine wird hier jedoch nicht erwähnt, ist für uns aber das naheliegendste: Solarzellen-Segel. Was wir uns schon seit langer Zeit als Zukunftsutopie vorgestellt haben, ist hier in der Energiezukunft von Risø in greifbarer Nähe.

Gunnar, Hilmar, Insa, was ist Euch von den Innovationen am meisten im Gedächtnis geblieben?
Gunnar: “Algen als Flugzeugtreibstoff!”
Hilmar: “Das Supraleiterkabel, das ohne Verluste Energie über tausende von Kilometern transportieren kann!”
Insa: “Der Solarzellendrucker! Mit dieser Perspektive ist es sicherlich in Zukunft möglich Solarzellen-Segel zu bekommen.”

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