Regatta

Vendée Globe Race: Neuverhandlung nach Disqualifikation Bernard Stamms

Weil bei einem Reparaturstopp ein russischer Forscher den Open 60 des Schweizers Bernard Stamm betrat, disqualifizierte ihn die Jury vom Vendée Globe Race. Nach der Vergabe dieser härtesten Strafe des Rennens wird die Verhandlung wieder aufgerollt

Bernard Stamm gibt sich trotz DSQ kämpferisch.

Die Teilnehmer des Vendée Globe Race haben die Rennstrecke zu circa zwei Dritteln abgesegelt - mit bisher wenigen Höhepunkten. Nun entsteht allerdings doch Diskussionsstoff.

Debattiert wird in den Internet-Foren momentan nicht über das Sportliche, sondern über die vielen als ungerecht erscheinende Disqualifikation der Cheminées Poujoulat.

Der Schweizer Skipper Bernard Stamm hatte Probleme mit seinen Hydrogeneratoren und musste das Rennen unterbrechen. Dabei ankerte er nach Angaben der Jury vor den subantarktischen Aucklandinseln, um die Generatoren ungestört reparieren zu können, was das Regelwerk erlaubt.

Nach kurzer Liegezeit bemerkte Stamm, dass sein Anker nicht hielt und sein Open 60 vertrieb. Der 49-Jährige nahm Kotankt zu einem zufällig nahe gelegenen russischem Forschungsschiff auf und vereinbarte, mit einer Leine dort festzumachen. Während der Reparaturen stieg laut Stamm unbemerkt ein Crewmitglied des Forschungsschiffes auf den Open 60. Stamm verwies ihn aus Sicherheitsgründen nicht von Bord.

Die Jury begründet die Disqualifikation damit, dass Stamm erstens mit dem Festmachen an dem anderen Schiff und zweitens mit der vorübergehend fremden Person auf dem Racer gegen zwei Regeln des Vendée Globe Race verstoßen hat. Eine klare Faktenlage - und eine harte Konsequenz, betrachtet man einmal den Aufwand, der für eine Vendée Globe-Kampagne betrieben werden muss.

Stamm gab bekannt, auch weiterzusegeln, sollte die Entscheidung nicht revidiert werden.

Von fast allen anderen Teilnehmern erhielt Stamm Unterstützung. Dass die Jury sicherheitsfördernde Maßnahmen derart sanktioniert, sei nicht zu verstehen, so der Tenor. Kurzerhand legte der Schweizer Widerspruch gegen die Entscheidung ein. 

Die Jury hat hat heute die Protestverhandlung neu eröffnet, da Stamm ein Statement des Forschungsschiff-Kapitänes an die Jury weitergeleitet hatte. Es bleibt abzuwarten, ob die Jury sich dem Druck der Teilnehmer und Beobachter beugt.

Stamm ist heute um 23.00 UTC trotz der Reparatur auf Rang acht im Klassement aus 13 Racern. Mit rund 5900 Meilen zum Ziel führt der Franzose François Gabart. Alex Thomson, dessen Hugo Boss ebenfalls Generator-Probleme hatte, rangiert auf Platz vier.

www.vendeeglobe.org

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