Südsee in der Ostsee
Segeln besteht, natürlich stark vereinfacht gesehen, aus zwei Situationen. Entweder es bleibt einem aufgrund von allgemeiner … Weiterlesen →

Segeln besteht, natürlich stark vereinfacht gesehen, aus zwei Situationen. Entweder es bleibt einem aufgrund von allgemeiner Zufriedenheit die Spucke weg, oder aber sie kommt trotz aller Bemühungen hoch. So unterschiedlich diese beiden Seiten empfunden werden, so gibt es doch einen gemeinsamen Grund: Das Leben auf dem Wasser.
Und auch da gibt es natürlich Unterschiede. Manchmal wird die Flüssigkeit die einen trägt unter beispielsweise als Fahrwasser oder Meer bezeichnet, schüttelt einen auf offener See durch, strömt gemeinsam mit dir und dem Boot durch einen Kanal oder liegt wie ein Spiegel im Hafen um die Seevögel und die Abendsonne zu verdoppeln.
Das Wasser im Kopenhagener Christianshavn liegt ruhig im Kanal und wird nur von den Sportbooten, Touristenschiffen und Kajakfahrern in Bewegung gebracht. Aber auch wir haben den Hafen gut genutzt hinter uns gelassen. Viele Begegnungen mit interessante Menschen, morgendliche Schlauchbootexkursionen zum Bäcker und nächtliche durch die Wassergassen des spätsommerlichen Kopenhagen. Der letzte Abend in der Stadt, ist leider auch der letzte Abend mit Hilmar an Bord. Bevor wir uns zum finalen Bier zusammensetzen, wird es noch einmal ‘offiziell’. Der Ostseeumrunder und Weltumsegler Sönke Roever hat mit Judith, Kind und Hippopotamus nur wenige Meter von uns entfernt festgemacht. Er kommt in der Dämmerung zu uns an Bord, um sich unser Energiesystem anzuschauen und mit uns über die Möglichkeiten von Erneuerbarer Energie auf dem Festland und auf Segelschiffen zu sprechen.
Am nächsten morgen gibt es ein kurzes Frühstück und eine lange Umarmung mit Hilmar, bevor es an schönen Hausbooten, der Kopenhagener Oper und der kleinen Meerjungfrau vorbei zurück auf die Ostsee geht. Das ruhige Wasser wacht auf um die ersten Wellen gegen die Maike zu schubsen. Der Wind frischt auf und lässt uns mit 7 Knoten am Windpark vorbeiziehen. Die Sonne versteckt sich immer wieder, aber nur kurz, hinter weißen Wolken und lässt das Wasser glitzern. Mal wieder bleibt die Spucke weg…
Unsere Route führt uns nun durch die dänische Südsee. Wir haben von Kopenhagen einen Kurs Richtung Süden gewählt, da es hier noch viele spannende Energie Projekte zu entdecken gibt. Nicht nur die allgemein bekannte Energie-Insel Samsö hat in dieser Hinsicht eingies zu bieten, sondern beispielsweise auch Lolland. Außerdem freuen wir uns auch darauf etwas Zeit für die schönen kleine Inseln, die abwechselungsreiche Küste und die gemütlichen Häfen zu haben. So schnell wird die Spucke wohl nicht wiederkommen…
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