BMW Oracle ging am Montag nur mit zehn Mann an den Start, brachte so rund 360 Kilo weniger Crew-Gewicht auf die Waage als Alinghi
© BMW Oracle
Die Chancen von Alinghi
Nach wie vor werden Alinghi bessere Chancen bei extremen
Leichtwind-Bedingungen eingeräumt. Das hängt mit der Herkunft des
Katamarans zusammen. Er stammt ab von Bertarellis 41-Fuß-Flauten-Renner
Le Black ab, der nach 2000 drei Jahre lang die Langstrecken-Regatten
auf dem Genfer See beherrscht hatte.
Alinghi 5 ist eine hochskalierte Version des Katamarans, sehr leicht,
und durch eine ausgeklügelte Verstrebung zwischen den Rümpfen mit einer
extremen Steifigkeit ausgestattet. Durch das geringe Gewicht benötigt
der Kat weniger Wind, um einen Schwimmer aus dem Wasser zu heben. Der
geringere Widerstand im Wasser lässt ihn dann deutlich schneller segeln.
Dem leichten Kat wird auch auf dem Vorwind-Kurs ein großeres Potenzial
eingeräumt. Theoretisch kann er einen direkteren Kurs auf das Ziel
zusteuern.
Deshalb drehten die Schweizer am Montag während der Wartezeit Kreise um
den Konkurrenten. Sie wollten der Wettfahrtleitung zeigen, dass durchaus
genug Wind für einen Start vorhanden sei. Ein Wink mit dem Zaunpfahl.
Die Aussichten von BMW Oracle
Der
USA von BMW Oracle werden
dagegen größere Chancen bei stärkerem
Wind eingeräumt. Der futuristische 68 Meter hohe Segel-Flügel erzeugt
zwar extrem viel Druck und Vortrieb, er kann aber auch durch die neun
beweglichen Elemente am Profil sehr effizient abgelassen werden.
Außerdem stammt der Trimaran von dem 35 Meter langen Starkwind-Vehikel
Groupama 3 ab, der vor einer Woche
gestartet ist, um in Rekordzeit
unter 50 Tagen um die Welt zu jagen. Die Designer des französischen
Bootes haben bei der Konstruktion der „USA“ geholfen.
Christoph Erbelding, deutscher Strukturspezialist bei BMW Oracle,
bestätigt, dass die ursprünglich eingebaute größere Festigkeit zu einem
etwas höheren Gewicht führt. Allerdings habe man das Schiff ständig
verändert, seit klar war, dass Alinghi für extreme
Leichtwind-Bedingungen optimiert worden ist.
Entsprechend tunten auch die Schweizer ihr Boot für mehr Wind. So
gingen sie am Montag mit vierzehn Crewmitgliedern an Bord.
USA segelte
nur mit zehn Mann. Ein Unterschied von rund 360 Kilos.