Monohull vs. Multihull
Ein Rumpf oder doch lieber zwei?
Katamaran, Trimaran oder Einrümpfer – was bevorzugen Sie?
Schön, wie aufrecht so ein Kat segelt
©H. Genthe/ stockmaritim
„Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob nicht im Kat sein Glück er findet!“ – segeln-Kolumnist
Armin Halle zumindest ist von den Vorzügen mehrerer Rümpfe überzeugt.
"Der Mensch hat zwei Beine, zwei Hände, das ganze Leben hat zwei
Seiten, kurzum, der Mensch braucht den Katamaran", lautet seine Schlussfolgerung. Nur ein Kat biete Paaren die zuweilen
nötige Distanz – jeder in seinem Rumpf – und auch die moderne,
kinderreiche Patchworkfamilie finde in einem Multi- unvergleichlich
viel mehr (Spiel)raum als in einem Monohull. Ein weiteres schlagendes
Argument: Der Gin Tonic kann auch bei frischem Wind ganz kommod unter
Deck genossen werden, ohne die Polster zu bekleckern.
Sollen wir uns angesichts dieser Fülle von Argumenten jetzt alle
einen Katamaran kaufen? Welcher mutige Segler, welche Seglerin springt
für den unpraktischen, engen und krängenden einen Rumpf in die Bresche?
Kommentar von Pit
Schade, dass hier keine Einrumpfsegler mitdiskutieren. In der Tat ist die Geschwindigkeit und die Art und Weise wie der Kat segelt ein Vergnügen pur. Dabei sportlicher, einfach erlebnisreicher und dabei entspannter, denn das Aufrechtesegeln kommt dem Befinden zugute.
Ein Erlebnis, dass kein Einrumpfboot bieten kann. Der einzige Minuspunkt ist, ein richtig großer und schneller Kat (z.b. Outremer 45) ist sauteuer und ein finanzieller Alptraum, sofern man kein Millionär ist.
Mit aufrechten Grüßem
04.05.2010
Kommentar von Thomas Rigler
Kann dem Kommentar von Dieter Day nur zustimmen, Hab auch beides gesegelt und hab mir einen gebrauchten Wharram Tiki 26 als Binnenschiff in Ostösterreich zugelegt. Problem aber bei den großen Charter-Kats ist immer die nötige Crewanzahl, damit es noch halbwegs wirtschaftlich bleibt. Eine Kat-Crew-Skipper Plattform wäre dazu ideal, würde da gerne mittun und meine webside zur Verfügung stellen. Ideen dazu sind immer willkommen !
Kommentar von Reinhold
Hahaha - eine Kat ist kein richtiges Schiff? Erzählen Sie das mal den Polynesiern "geschae".
Habe mir gerade (wieder) einen Hochsee-Katamaran gebaut. Es ist einfach das perfekte Schiff (z.B. für Bali & die Tropen): 4 Kabinen mit eigener Dusche & WC, ein riesiges Cockpit und ein grosses Vorschiff auf einer Länge von knapp 13 Metern. Suchen Sie das mal auf einem Mono ;-).
Hafenplätze sind hier kein Problem weil es keine (Häfen) gibt und Ankern macht eh viel mehr Spass.
Zum jährlichen Antifouling-Anstrich (und evtl. Reparaturen) fährt man bei Hochwasser einfach auf den Strand und spart sich so hohe Kosten für Kran oder Travelift.
Und, mal ehrlich, ist es wirklich smart ca. 30% des Gesamtgewichts durch das Wasser zu schieben, nur damit man nicht umkippt??
Nee, einmal Kat, immer Kat!!
22.02.2010
Kommentar von geschae
Ein Kat ist m.E. kein richtiges Schiff. Er ist nicht so wendig wie eine Yacht und hat einen schmalen Grenzbereich. Einmal umgekippt verfügt er über kein aufrichtendes Moment mehr. Unterdeck ist ein Kat zweigeteilt. Sein Platzbedarf im Hafen ist riesig. In einem überfüllten Mittelmeerhafen einen Platz mit einem Kat zu finden ist eher Glückssache. Glücklicherweise gibt es nicht so viele davon. Gäbe es mehr, wäre für alle weniger Platz vorhanden.
Kommentar von Sven Richter
Da sich bisher keiner über Trimarane geäussert hat möchte ich dies hier kurz machen. Ich bin 2008 vom Mono zum Tri (Corsair)umgestiegen und möchte nie wieder etwas anderes Segeln. Klar ist der Innenraum etwas beengter als ein gleich großer Mono, aber durch das enorme Geschwindigkeitspotential ist man nicht Tagelang ans Boot gefesselt. Wir segeln jetzt Etappen für die wir vorher 24 und mehr Stunden benötigt haben in 8 Stunden. Durch den Klappmechanismus des Trimarans benötigt er im Hafen nicht mehr Platz als ein Mono. Auch Slippen und Trailern sind dadurch Problemlos möglich. Das einzige Manko ist der Hohe Anschaffungspreis. Aber die vorteile überwiegen derart dass man diesen bald vergessen hat. Da mein Trimaran mit einem E-Motor bestückt ist sind die Vorteile gerade was den geringen Wasserwiderstand anbelangt unübertroffen. Ein drittel mehr Geschwindigkeit und Reichweite gegenüber einem Mono gleicher Länge und gleicher Motorisierung.
Mein Fazit einmal Tri - immer Tri!
Weitere Infos gibt es auch auf meiner Homepage unter: www.lespoir-tri.wg.am
14.01.2010
Kommentar von Ralf Güntert
Ein Kat muss nicht teuer sein.
Ich empfehle jedem mal einen Wharram Kat zu segeln.Diese Boote sind zu Preisen zu bekommen, die unterhalb eines vergleichbaren Einrumpfbootes liegen.
www.wharram-fenua.de
23.12.2009
Kommentar von Thomas Potschka
Ein Kat muss ja nicht immer 3 Zimmer,Küche, Diele Bad haben. Wir haben sehr viel Spa mit einem Format 700 beim Wochenendsegeln (Ostsee), gelegentlich auch mal mit Übernachtung in den kleinen Kabinen im Rumpf. Variabler Tiefgang (0,30-!,30) Dank Mittelschwert erschließt viele Segelgebiete. Bei Welle wg. des geringen Gewichts nicht immer \"Cocktailtauglich\" aber auch mal mit 4 -5 Personen als \"Auflugsdampfer\" sehr kommunikativ. -ich wünschte, es gäbe mehr Angebote in der sog. microclass. Für mich die perfekte Alternative zum Einrümpfer bis 8 Meter und nicht so langweilig wie \"Dickschiffsegeln\" :-)
16.12.2009
Kommentar von michael hucke
die vorteile von mehrrumpfbooten sind offensichtlich und leicht nachvollziehbar. leider ist der anschffungspreis für schnell segelnde multis im verhältnis zum raumangebot relativ hoch. nach meiner beobachtung ist das der häufigste grund, warum zuletzt doch eine kaufentscheidung für ein \\\"normales\\\" boot getroffen wird.
die liegeplatzkosten sind nicht so dramatisch höher und können bei realistischer betrachtung, im verhältnis zu den gesamtkosten eines \\\"bootprojektes\\\", wohl kaum ein ko-argument gegen einen kat sein. schliesslich wäre ein einrümpfer mit entsprechendem raumangebot auch länger.
wir erleben mit unserem kat, dass wir auf reisen häfen meiden. nicht wegen der kosten, die meisten Hafenmeister rechnen freundlicherweise normal nach länge ab, sondern weil der kat autark macht und ankern richtig spass bringt.
hafengebühren taugen nach unserer mehrrumpfboot-erfahrung seit 2004 also nicht als gegenargument.
18.11.2009
Kommentar von Dieter Dey
Mich hat der Beitrag von Armin Halle in segeln 11/2009 zum Thema Katamarane angesprochen. Als ich dann im Beitrag von Hans Genthe (Lagoon 400) las, er finde so einen Katamaran ja ganz schön, aber er stehe lieber am Steuer, da konnte ich mich nicht mehr zurückhalten diesen Beitrag zu verfassen.
Zu meinem Hintergrund: Ich bin promovierter Ingenieur und habe in meinem 2. Semester meines Studiums (1960) mal ein kleines Segelboot mit 8m” Segelfläche gebaut. Ich war dann 40 Jahre lang begeisterter Segelflieger mit Motorsegler-Berechtigung. Im Rahmen meiner Überlegungen, was mache ich ab 65? Habe ich mich, zusammen mit meinem Freund, für die Anschaffung eines Fahrtenkatamarans zum Reisen entschieden.
Ich liebe schöne Segeljachten und kann jeden gut verstehen, der das Rudergefühl eines Einrumpfbootes liebt. Man ist in diesen Augenblicken eins mit dem Schiff und der Natur. Fragen darf man natürlich, ob die Crew das immer genauso empfindet.
Ein Fahrtenkatamaran ist eine Maschine zum Reisen, man bedient sie etwas abstrakt und mit Distanz, aber man kann mit einer Gruppe, seien es zwei Eigner , zwei Ehepaare oder 4 Personen, die sich nicht intim kennen, sehr gut zusammen leben. Man kann frei herumlaufen, im Salon mit Rundumsicht oder im Cockpit vor Sonne und Regen geschützt bequem sitzen. Ein Kat wirkt kommunikativ. Alles bleibt dort stehen, wo man es hingestellt hat. Man kann sich auch zurückziehen und sich so setzen, daß man niemanden sieht oder hört.
Die Auswahl eines geeigneten Fahrtenkatamaran ist nicht ganz leicht. Er sollte nicht zu klein, nicht zu groß und noch erschwinglich sein. Die Unterhaltskosten wurden schon von Bobby Schenk als grenzwertig bezeichnet, denn gerne werden Liegeplätze nach m” berechnet.
Wir haben uns 2007 für ein ehemals verchartertes Schiff, eine Lagoon 410, Baujahr 2001 in der Standardversion mit 4 Doppelkabinen und 2 Bädern entschieden. Sie belegt (BxH) 87 m” und wurde über 400 mal gebaut, bevor sie als S2 aufpoliert wurde.
Lagoon baut für die Charterfirmen und verkauft über ein selbständiges Händlernetz. Als einzelner Besitzer eines älteren Schiffes Unterstützung von der Werft zu bekommen, ist nicht ganz einfach.
Wir sind nun 3 Jahre mit wechselnden Crews im Mittelmeer gefahren und sind immer noch begeistert von unserem schwimmenden Sommerhaus mit Segeln und überzeugt von unserer Entscheidung. Wir können auch als ältere Sportsfreunde wunderschön Reisen. Wir fahren auch unter Segeln überwiegend automatisch. Den Autopiloten kann man sehr gut zur Optimierung des Segeltrimm benutzen. Und wenn man mal festgestellt hat, daß man automatisch schneller fahren kann als mit Handsteuerung, dann wird nur noch auf die Knöpfe gedrückt.
Es herrscht normalerweise auch bei stärkerem Wind eine entspannte Atmosphäre an Bord. Die höhere Geschwindigkeit ist wenig zu spüren, man muß sich der möglichen Gefahren beim Segeln ständig theoretisch bewußt bleiben.
Zum Reisen bleibt mein Fazit: Einmal Kat, immer Kat!