Poseidon
von Jan Härter
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von Jan Härter
Der Wind hat aufgefrischt und bei Windstärke sieben kommen wir nicht aus dem Hafen in Nakskov. Deswegen passt es gut, dass wir heute bei der Firma Floating Power Plant zu Besuch sind. Um elf Uhr morgens begrüsst uns der Mitarbeiter Anders Juliussen in der Nähe einer grossen Lagerhalle im Hafen von Nakskov. 
Seit seiner Ausbildung als Schmied ist er nun seit zwanzig Jahren im Schiffbau und bei der Wartung von Ölplatformen beschäftigt. Seit 2007 arbeitet er in der Wellen-Stromerzeugung. Als Praktiker – verrät er uns – brauche er nicht erst “den Fluss zu überqueren, um an Wasser zu kommen”.

So schweisst er die schweren Stahlkonstruktionen für die Wellenkraftanlagen quasi in Eigenarbeit zusammen. Die Anlage hat sogar einen passenden Namen: Poseidon. Er zeigt uns einen in der Ostsee verwendeten Prototypen der Wellenrkraftanlage, der aus mehreren, ca. zwei Tonnen schweren beweglichen Stahlelementen bestehen. Durch die
Wellenbewegung werden die Elemente hoch- und runterbewegt, wodurch mithilfe von Turbinen Strom erzeugt wird. Ausserdem sind diese schwimmenden Inseln mit Windkraftanlagen ausgestattet. Durch die Kombination von Wind und Welle ist der von der Anlage ins Netz eingespeiste Strom stetiger als von Wind- oder Wellenkraft allein, denn die Welle ist zuzusagen gespeicherte Windkraft. In kleinerem Massstab wird die Konstruktion auch in einem Modell simuliert.
Durch seine schwimmende Konstruktion kann sich die Anlage immer in Richtung der eintreffenden Wellen ausrichten. Die Anlage besteht aus mehreren schwenkbaren Stahlflügeln, die durch die eintreffenden Wellen auf einer Seite angehoben werden. Die Anlage befindet sich derzeit in der letzten Testphase und soll bis 2014 marktreif sein. Nach Angaben von Anders Juliussen absorbiert die Anlage ca. 80 Prozent der Wellenenergie und erreicht einen 
Wirkungsgrad von 34 Prozent. Floating Power Plant kooperiert mit mehreren dänischen und internationalen Partnern, so z.B. Risø.
Die Konkurrenz – sowohl in Skandinavien als auch international – ist gross. Anders hofft jedoch, sich durch seine Leidenschaft und Erfahrung mit seiner Konstruktion auf dem Markt behaupten zu können. Als mögliche Standorte kommen vor allem die Westküsten der grossen Weltmeere in Betracht, so sieht er z.B. Einsatzmöglichkeiten vor der Küste Portugals oder der USA. Als wir ihn fragen, was ihm besonders an seinem Beruf gefällt, antwortet er mit einem schelmischen Grinsen: “Ich mag es alles!” Das klingt sehr überzeugend und optimistisch.
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