Reviere

Kroatien: Charterschiffe über 12 Meter brauchen einen Arzt an Bord

Nachdem Kroatien unlängst ausländische Bootsführerscheine offiziell anerkannt hat, sorgt jetzt eine neue Verordnung zur Ausrüstung kommerziell genutzer Schiffe für Unruhe.

Das kroatische Gesundheitsministerium hat eine Richtlinie zur Ausrüstung von Schiffen mit medizinischen Einrichtungen an Bord herausgegeben. Gemäß dieser Richtlinie müssen kommerzielle Fahrzeuge wie Fähren, seegehende Schiffe und Großyachten einen medizinischen Behandlungsraum und medizinisches Personal an Bord haben. Unter diese Regelung fallen auch Yachten über 12 Meter Länge, die in der Bareboat-Charter oder mit Skipper laufen! In der kroatischen Richtlinie ist zudem eine umfangreiche Liste der an Bord mitzuführenden Medikamente enthalten.

 

 

Die kroatische Vereinigung der Yachtcharterunternehmen, Čarteraši, hat bei der zuständigen Behörde Protest gegen die neue Verordnung eingelegt. Der Präsident der Vereinigung, Zeljko Jerat, zu einer lokalen Tageszeitung: "Nicht jede Charteryacht kann einen Arzt an Bord haben!" Die in der Čarteraši organisierten Unternehmen werden zunächst das Ergbnis ihres Protestes abwarten und nichts unternehmen, um ihre Schiffe medizinisch nachzurüsten. Unterstützt werden sie von der kroatischen Handelskammer, die Yachtcharter als wichtigen Wirtschaftsfaktor fördert. Der Leiter einer Charterbasis in Trogir deutete an, dass mit der Verordnung wahrscheinlich auf große Motor- und Segelyachten mit fester Crew gezielt werde und man in der betreffenden Behörde übersehen habe, dass auch Charterboote ohne feste Crew unter die neue Regelung fielen.

Region: 

Segeln News abonnieren