Regatta

"Esimit Europa II" First Ship Home beim Rolex Middle Sea Race

Der Abstand zu Niklas Zennströms RAN betrug am Ende mehr als 90 Seemeilen. Am Steuer der slowenischen 100 Fuß Maxi-Yacht stand der Deutsche Jochen Schümann.

Die Esimit Europa II nach dem Zieldurchlauf auf Malta

Die Esimit Europa 2 passierte die Ziellinie in Marsamxett Harbour auf Malta nach 61 Stunden, 24 Minuten und 35 Sekunden. Damit konnte die 20-köpfige Crew ihre Zeit aus dem letzten Jahr (54 Stunden, 52 Minuten und 32 Sekunden) nicht knacken. Schümann zur Seite stand der spanische Navigator Juan Vila; für beide Segler, die 2007 gemeinsam in der Alinghi America´s Cup-Kampagne arbeiteten, war es die erste Teilnahme am Middle Sea Race.

"Der Start war sehr interessant", beschreibt Schümann die frühe Phase der Regatta, in der sich seine Crew von der Judel/Vrolijk 72 Ran absetzten konnte; "Eine durchziehende Sturmbö sorgte für mehr Wind als vorhergesagt und guten Speed von Anfang an. Ran halste nach der ersten Tonne weg, anders als wir es vorausgesehen hatten. Da sie unsere engsten Konkurrenten waren, wollten wir sie nicht aus den Augen lassen und halsten vor ihnen nach backbord. Im Nachhinein haben wir vielleicht ein bisschen zu sehr auf Sicherheit gespielt, weil sich unsere Seite als besser entpuppte. Aber auf einer Langstrecke muss man eben sowohl die Taktik als auch die Konkurrenz im Auge behalten."

Juan Vila sagte über seine erste Teilnahme an dem Offshore-Klassiker: "Ich wollte diese Regatta schon immer segeln. Es ist eine andere Art von Langstrecke; ich war zu Beginn etwas nervös, weil jeder mir erzählte, wie schwierig es sei, Sizilien zu runden - es gibt dort viele Abschnitte, an denen man besonders vorsichtig sein muss." Als sie sich Sizilien näherten, hätten sie lange von der Landbrise profitiert. "Alle an Bord taten ihr bestes, die Bootsgeschwindigkeit bei diesem leichten Wind zu halten. Wir waren überzeigt, dass es bei diesem Rennen entscheidend ist, gut an der Ostküste Siziliens vorbei und durch die Straße von Messina zu kommen. Ab Stromboli wurde der Wind noch weniger, aber wir fanden einige Wolken, sodass wir uns von Wolke zu Wolke hangeln konnten."

Auf dem Amwind-Kurs nach Lampedusa erwartete die Crew des Maxi-Racers raue See. "Durch den von hinten schiebenden Strom bauten sich sehr kurze, sehr hohe Wellen auf", so Schümann. Ein Backstag brach und musste durch ein Fall ersetzt werden, weshalb nur ein kleines Vorsegel gesetzt werden konnte.

Hauptfeld nähert sich dem Ziel


Die Ran des Skype-Erfinders Niklas Zennström

Das zweite Boot im Ziel war Niklas Zennströms Ran, die nach zwei Tagen, 23 Stunden und 40 Minuten auf Malta ankam. Am Dienstagnachmittag (25. Oktober) werden die britische Alegre und die französische Med Spirit erwartet. Das Hauptfeld segelt zurzeit zwischen Pantelleria und Lampedusa bei süd-südöstlichen Winden zwischen 12 und 15 Knoten. Wenn der Wind konstant bleibt, werden die ersten von ihnen an diesem Abend durchs Ziel fahren.

In der vergangenen Nacht forderte rauer Seegang einigen Bruch. So gab die unter maltesischer Flagge segelnde Comanche Raider II mit Ruderproblemen auf. Die J/122 Otra Vez, ebenfalls aus Malta, büßte ihren Bugspriet ein, die Crew entschied sich aber das Rennen zu Ende zu bringen. 

70 Yachten waren am Samstag, den 22. Oktober, zum Middle Sea Race gestartet. Der Streckenrekord, 2007 vom 90-Füßer Rambler aufgestellt, liegt bei 47 Stunden, 55 Minuten und drei Sekunden.

Live-Tracking des Zieldurchlaufs: www.rolexmiddlesearace.com

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