America's Cup

Emirates Team New Zealand fliegt besser

Das Emirates Team New Zealand konnte sich im Vorfelde des America's Cup in einem von Orace Racing angezettelten Protest durchsetzen. Die Neuseeländer bauen größere Foiling-Schwerter, die sie früher zum Fliegen bringen - so hatten sich die AC-Veranstalter das aber nicht gedacht

Dem 72-Fuß-Flugmonster kommt man mit 1200 PS hinterher.

Dem Oracle Team USA dürfte man Einiges an Routine in Sachen Proteste und Gerichtsverhandlungen zuschreiben. Das bedeutet aber nicht, dass die Amerikaner um Larry Ellison immer gewinnen.

Am Sonntag, den 7. Oktober 2012 entschied die internationale Jury für den America's Cup, dass ein Protest von Oracle unanfechtbar abgwiesen wird. Das Team hatte siegesgewiss gegen das Emirates Team New Zealand (ETNZ) und ihre abweichenden Schwerter geklagt. Die Neuseeländer hatten die Vermessungsregeln dahingehend ausgelegt, dass sie voluminösere Schwerter bauen konnten, als wie sie bisher bei den anderen AC72-Katamaranen gefertigt wurden.

Mit spektakulären Bildern und Videos vom fliegenden Kat machte ETNZ auch außerhalb der Fachpresse auf sich aufmerksam. Die neuseeländischen Konstrukteure konnte mit den größeren Schwerten die Geschwindgkeitsgrenze, ab dem der Kat aufsteigt, senken. Weiterhin sorgten die ETNZ-Schwerter für größere Stabilität beim Foilen. 

Ein deutlicher Vorteil, den Oracle nicht hinnehmen konnte. Gemeinsam mit Team Artemis protestierte man - und verlor. Für die beiden ist das nun eine kostspielige Angelegenheit, die jetzt neue Schwerte bauen lassen müssen und vermutlich auch gezwungen sind, die Rümpfe anzupassen. Auch bei einem gegenteiligen Ausgang der Verhandlung hätten die Konsequenzen viel Geld gekostet - die ETNZ-Schwerter kosten laut sail-world.com 400.000 €. 

Der Fehler für das Missverständnis liegt bei den Verfassern der America's Cup-Regeln. Diese hatten die Vorschriften zu ungenau formuliert, sodass man bei Auslegung nach dem direkten Wortsinne zu einem anderen Ergebnis kam, als die Organisatoren und Oracle es sich wünschten. Die Jury stellte dabei klar, dass es grundsätzlich für die Teams möglich sein muss, die Regeln wortwörtlich auslegen zu können und dabei nicht auch noch die von den Verfassern gewünschten Regelungsgehalte mit einbeziehen zu müssen.

Die AC 72-Katamarane für den America's Cup segeln mittlerweile auf Tragflächen-Schwertern und -Rudern (Hydrofoils), die schon ab geringen Windgeschwindigkeiten die Rümpfe aus dem Wasser heben. Durch den deutlich geringeren Wasserwiderstand sind so extreme Geschwindigkeiten jenseits von 40 Knoten möglich.

Die Entscheidung der Jury

www.etnzblog.com

www.americascup.com

www.oracleracing.com

artemis-racing.americascup.com


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