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Die schönsten Segel-Schmöker

... und wo man sie findet. Eine Ergänzung zu unseren Literaturtipps in der Januar-Ausgabe 2012

In Ausgabe 01/2012 stellen Ihnen die Mitglieder der segeln-Redaktion ihre maritimen Lieblingsbücher vor. Die Spanne reicht von Richard H. Dana über Joseph Conrad bis hin zu Käpt`n Conny. Sicher ist auch für Sie die eine oder andere neue Lektüre-Anregung dabei. Noch mehr schöne Segel-Schmöker stellen wir Ihnen an dieser Stelle vor. Da viele von ihnen nur noch antiquarisch zu beziehen sind, finden Sie im Anschluss Links zu modernen Online-Antiquariaten.

Mehr Literaturtipps

Robin Lee Graham: Mein Schiff war die Taube  Als linkischer 16-Jähriger verließ Robin Lee Graham 1965 den Hafen von San Pedro in Kalifornien auf dem 24 Fuß-Schiff Dove. Als jüngster Mensch, der jemals die Welt umsegelt hat, wurde er nach seiner Rückkehr im April 1970 gefeiert. Lee Graham begründete den jugendlichen Weltumsegler-Hype, der im vergangenen Jahr mit Jessica Watson und Laura Dekker seinen Höhepunkt fand.  Für Graham bedeuteten die 30.600 Meilen auf dem Meer jedoch mehr als ein Rekord: Als er zurückkehrte, war aus dem Teenie ein junger, in sich ruhender Mann geworden. Auf seiner Reise verlor er einmal den Mast, überstand Hurricanes, wurde tagelang von Haien umkreist und kollidierte mit einem Frachter. In Südafrika heiratete er die amerikanische Weltenbummlerin Patti, die er auf Fiji kennengelernt hatte. EIn Buch für Träumer und Romantiker. (antiquarisch erhältlich)

Naomi James: Ich und der Ozean  Erst mit 23 lernte sie schwimmen, noch später betrat sie das erste Mal ein Segelboot. Dennoch umsegelte die geborene Neuseeländerin Naomi James als erste Frau einhand auf der Clipper-Route die Welt. Auf dem 53 Fuß-Schiff Express Crusader, das ihr die englische Segellegende Chay Blyth, ein Freund ihres Ehemannes Rob, überließ, startete sie 1977 in Southampton. Während der 272 Tage auf See verlor sie beinahe den Mast, kenterte durch und war mehrere Monate ohne Funkverbindung. In "Ich und der Ozean" schildert James packend und humorvoll ihren Werdegang von der schüchternen Friseurin aus der neuseeländischen Provinz zur Offshore-Seglerin. Ein Buch, das inspiriert. (antiquarisch erhältlich

David Lewis: Ice Bird. Reise ins ewige Eis  Ein Buch, das man am besten vor dem Kamin liest, auf jeden Fall dort, wo es mollig warm ist. Der neuseeländische Arzt, Philantrop und Abenteurer David Lewis brach 1972 mit seinem kuttergetakelten 32 Fuß-Stahlschiff Ice Bird in die Antarktis auf. Eine haarsträubende Reise beginnt, auf der Lewis dreimal durchkentert und zweimal den Mast verliert. 2.500 Meilen segelt er unter Notrigg, bis er die amerikanische Antarktis-Forschungsstation in Palmer erreicht, wo er an Jacques Cousteaus Forschungsschiff Calypso festmacht. Unerbittlich lässt Lewis den Leser teilhaben am eiskalten Chaos, das nach den Kenterungen in der Kajüte und an Deck herrscht, gnadenlos beschreibt er Phasen der Lethargie und totalen Erschöpfung, aus denen er sich letzten Endes aus eigener Kraft befreien kann. Kurz gesagt: Ein irrer Typ und ein fesselndes Buch. (antiquarisch erhältlich). 

Alfred Lansing: 635 Tage im Eis. Sir Ernest Shackletons Endurance-Expedition, die Durchquerung des antarktischen Kontinents, scheiterte. Doch dem Forscher und Abenteuer gelang das Husarenstück, zwei Winter lang mit seinen Männer eingeschlossen im Eis zu überleben und schlussendlich alle Expeditionsteilnehmer zu retten. Alfred Lansings Buch zeichnet anhand von Originaldokumenten äußerst spannend die Leistung Shackletins und seiner Männer nach. Goldmann Verlag (1. September 2000), ISBN: 978-3442150427, 320 Seiten, circa 9 Euro

Victoria McKernan: Schiffbruch in der Antarktis - Shackletons blinder Passagier. Und noch einmal Shackleton, diesmal für Jugendliche: Der 18-jährige Perce schleicht sich 1914 als blinder Passagier auf das Forschungsschiff Endurance. Er ist auf der Suche nach Abenteuer - und es wird ein Abenteuer: eine Expedition, bei der es um Leben und Tod geht. Ein packendes Buch, das mithlife von Bilder, Karten und einem Personenverzeichnis einen nachdrücklichen Eindruck von Ernest Shackletons Leistung vermittelt. DTV Junior, ab 12 Jahren, 384 Seiten, ISBN 978-3-423-71434-1, circa 7,95 Euro

Sir Ernest Shackleton - Mit der Endurance ins ewige Eis. Shackleton, die dritte. Kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges bricht Sir Ernest Shackleton im Sommer 1914 mit der ‘Endurance’ auf, um mit Hundeschlitten die Antarktis über den Pol zu durchqueren. Für die Briten, die den Wettlauf um den Pol verloren hatten, war es die letzte Gelegenheit sich als Entdeckernation zu präsentieren. Doch die Expedition scheiterte im Packeis des Weddellmeeres, bevor sie überhaupt richtig begann. Das Schiff zerbrach im Eis und Shackleton und seine Männer flüchteten sich mit den Rettungsbooten auf das Eis.
Die Lage schien aussichtslos: Drei winzige, offene Boote stellten die einzige Hoffnung der Männer dar, lebend die Antarktis zu verlassen. Die Chancen auf Rettung in der menschenleeren Eiswüste standen praktisch gegen Null. Noch heute verirrt sich kaum jemand in diese entlegenen Gebiete.
Es war eine Meisterleistung Shackletons, dass jeder seiner 27 Männer die Reise wohlbehalten überstand. Das letzte große Abenteuer im Zeitalter der Entdecker endete nicht in Tod und Tragik, sondern mit einem Happy End, obwohl alle Zeichen dagegen standen.
Welches Buch könnte näher an den Geschehnissen sein, als der Tatsachenbericht von „The Boss“ selbst?! Ein fesselnder Bericht über übermenschliche Leistungen in einer aussichtslosen Lage. Hut ab vor Sir Ernest Shackleton! Piper, 304 Seiten, ISBN 978-3492248075, 9,95 Euro

Holger Afflerbach - Das entfesselte Meer. Haben Sie sich schon mal gefragt, wieso es bis 1492 gedauert hat, bis die Europäer den Sprung über den Atlantik wagten? Schließlich gab es bereits in der Antike große Seefahrernationen, wie beispielsweise die Phönizier, die die größte der Flotte der antiken Welt besaßen. Selbst zu Zeiten Heinrich des Seefahrers (gestorben 1460) tasteten sich die Portugiesen auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien an der afrikanischen Küste entlang und mieden den offenen Atlantik, obwohl längst bekannt war, dass die Erde eine Kugel ist. Holger Afflerbach hat sich dieser (und mehr) Fragen angenommen, und erzählt in seinem Buch die Geschichte des Altantiks und zeigt auf welch wichtige Rolle das Meer in den letzten 500 Jahren in unseren Kulturkreis einnahm: Vom Ende der Welt zum Transitmeer! Piper, 358 Seiten, ISBN 978-3492239899, ca. 13,90 Euro

E.F. Knight - Falcon. Eine Segelreise im jahr 1887.  Im Frühjahr 1887 bricht der Brite auf seiner kleinen Yacht auf, um eine längere Segelreise zu unternehmen: Von London aus geht es in die Niederlande, die er auf Kanälen und der Zuiderzee (das heutige IJsselmeer) durchquert, weiter auf die deutschen Inseln und schließlich über die Eider (Der Nord-Ostsee-Kanal existiert erst 1895) und Rendsburg in die Ostsee bis nach Dänemark. Es klingt wie ein typischer Reisebericht und -verlauf aus heutiger Zeit, und vieles wirkt aus heutiger Zeit vertraut und doch anders. In Holland wird das Schiff durch die Kanäle getreidelt, denn den Kanälen sind Wege, von denen aus das Schiff den Kanal entlang gezogen wird. Oft durch Manneskraft. In den schlickigen Häfen der Zuiderzee werden die Briten von den Kindern mit Steinen beworfen und in Urk... Naja, lesen Sie selbst! Tidenhub, 259 Seiten, ISBN 978-3981195101, 19,80 Euro

 

Links zu Modernen Antiquariaten

www.zvab.com

www.abebooks.de

www.antbo.de

www.modanon.de

www.buecher-thoene.de

www.kisch-online.de

 

Maritime Flohmärkte

26. Februar 2012: Nautischer Flohmarkt auf der Messe boatfit in Bremen. www.boatfit.de

8. September 2012: Yachthafenfest im Hamburger Yachthafen Wedel mit großem maritimen Flohmarkt

Sie kennen auch einen schönen maritimen Flohmarkt? Schreiben Sie an lina.nagel@segelnmagazin.de, und Ihr Tipp wird an dieser Stelle veröffentlicht.


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