Das Ende einer Bootsbau-Ära - Najad meldet Insolvenz an
Najad ist insolvent. Das Management der schwedischen Bootswerft gab heute bekannt, dass ein entsprechender Insolvenzantrag beim zuständigen Gericht in Uddevalla gestellt wurde.

Das Unternehmen hatte extreme Liquiditätsprobleme. Das aktuelle Management um CEO Mikael Gustavsson ist erst seit neun Monaten am Ruder, die Werft ging zuletzt durch die Hände mehrerer Beteiligungsgesellschaften. In den letzten zwölf Monaten hat Najad gerade noch 25 Neuboote verkaufen können, die Zahl der Verkäufe ging seit Frühjahr weiter zurück und eine Besserung schien nicht in Sicht. Alle Boote sollen ausgeliefert sein, so dass Kunden nicht unter der Insolvenz leiden sollen, heißt es in einer Presseerklärung.
Loft-Style ging am Markt vorbei
Dieser traurige Niedergang der Werft, die bereits 1971 gegründet wurde und immer für höchste Qualität stand, zeichnete sich in den letzten Jahren bereits ab. Das Ende der langen Firmengeschichte ist ein Lehrstück, wie ein etabliertes Unternehmen seinen Markenkern aufgibt und versucht, neue Käuferkreise zu erreichen, ohne die bestehenden mitzunehmen. 2006 übernahm der niederländische Finanzspezialist Alfred van Wincoop die Werft von Gründer Bernt Arvidsson die Werft und krempelte das Design der Yachten vergleichsweise radikal um. Lifestyle und Luxus sollten Kunden künftig in der bis dato eher für Bodenständigkeit und Solididät stehenden Marke sehen. Unter Deck zog der in den letzten Jahren in Mode gekommen Loft-Style ein, erstmalig kamen Performance-orientierte Achtercockpit-Yachten, auch wurden die Boote immer länger und größer – bis zur Najad 570. Nur die 355 blieb als kleinstes „Einsteigerboot“.
2009 ging van Wincoop die Luft aus, Najad wanderte in die Hände von Animatrix Capital, die noch einmal ordentlich Geld in die Werft steckten und dem Vorgänger in einer Pressemitteilung unter dem Hinweis auf „fehlgeleitete Unternehmungen“ ordentlich Mitschuld am Untergang zuweisen. Genutzt haben die jüngsten Kapitalspritzen nichts – nach mehr als 2.000 gebauten Najaden verschwindet nun eine Bootsbauperle vom Markt.
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